Der Abfindungsanspruch nach einer Kündigung

Mit diesem Blog möchte der Verfasser Ihnen einige „Grundregeln“ zum Thema Abfindungsanspruch nach einer Kündigung näher bringen und mit einigen Missverständnissen aufräumen.

Die meisten Arbeitnehmer gehen davon aus, dass sie im Falle einer Kündigung durch den Arbeitgeber automatisch eine Abfindung erhalten und dass dieses gesetzlich auch so geregelt sei. Die Annahme ist aber „falsch“. Das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) sieht nur für einen einzigen Fall eine Abfindungszahlung vor. Der nachträglich eingefügte § 1a KSchG regelt, dass der Arbeitgeber dem, aus betriebsbedingten Gründen, gekündigten Mitarbeiter zur Vermeidung einer Kündigunsschutzklage eine Abfindung in Höhe von 0,5 brutto Monatsgehältern pro Jahr der Betriebszugehörigkeit anbieten kann. Nimmt der Arbeitnehmer das Angebot an, wird die Kündigung wirksam.

Eine Abfindung kann grundsätzlich nur der Arbeitnehmer erwarten, auf den das KSchG Anwendung findet. Dass ist der Fall, wenn er länger als sechs Monaten im Betrieb gearbeitet hat und der Arbeitgeber mehr als 10 Mitarbeiter (im Ausnahmefall mehr als 5) beschäftigt. Liegen diese Voraussetzungen vor, gibt es für den Arbeitgeber nur zwei Kündigungsgründe. Zum einen, die schon erwähnte betriebsbedingte Kündigung (Stichwort: Umstrukturierung), oder zum anderen eine verhaltensbedingte Kündigung (Stichworte: Diebstahl, Beleidigung, grobes Fehlverhalten).

Da sich „beide“ Kündigungsgründe meistens sehr schwer beweisen lassen, sind die Arbeitgeber daher oft „kompromissbereit“ und zahlen „freiwillig“ eine Abfindung. Diese ist dann aber frei verhandelbar, so dass ein erfahrener Fachanwalt für Arbeitsrecht häufig einen höheren Faktor als 0,5 Gehälter pro Jahr der Zugehörigkeit erzielen kann.

Die Arbeitgeber vermeiden damit das Risiko, im Falle das das Arbeitsgericht die Kündigung für unwirksam erklärt für Monate, oder auch Jahre, das rückständige Gehalt nachzahlen müssen und der Arbeitnehmer dann weiter beschäftigt werden muss.

Die Abfindungssumme ist sozialabgabenfrei, muss aber versteuert werden, allerdings findet hier die sogenannte Fünftel-Versteuerung Anwendung. Dabei simulieren die Finanzbehörden die Steuerlast so, als wenn der erhaltene Bruttobetrag nicht in einem Jahr angefallen ist, sondern in den letzten fünf Jahren. Dadurch sind die Abzüge „relativ“ gering.

KONTAKT

0511 - 364040

Rufen Sie uns an
für ein persönliches
Beratungsgespräch in
der Kanzlei.

STANDORT

Kanzlei Petry & Petry

Karmarschstraße 40
30159 Hannover